|
|
 |
Domartige Klangwucht und abrupte Umschwenkungen |
| Chorensemble «Vocanta» präsentierte in der Neustädter Kirche eine Hommage an Felix Mendelssohn Bartholdy |
| Domartige Klangwucht und abrupte Umschwenkungen |
Mit geschmeidig weichem Klang gestaltete das Chorensemble «Vocanta» unter der Leitung von Joachim Adamczewski in der Neustädter Kirche eine Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Hommage zu dessen diesjährigem 200. Geburtstag. «Kyrie Eleison», «Ehre sei Gott in der Höhe», «Mein Herz erhebet Gott» op. 63,3 und «Mitten wir im Leben sind» op. 23,3 standen auf dem Programm des Chorteils, den Universitätsmusikdirektor Konrad Klek um zwei Orgelsonaten Mendelssohns (A-Dur op. 65,3 und c-Moll op. 65,2) ergänzte.
Die Kunst des Chores, dem an diesem Abend teilweise ein wenig Artikulationskoordination fehlte, liegt vor allem im Vortrag der sich türmenden Akkordgebilden der Werke, denen er domartige Größe und Klangwucht zu geben weiß. Intim, manchmal bis ins Erschauernde ausgreifend, die Unisono- und Pianostellen, die er harmonisch-rund bis zum Verlöschen lenkt. Interpretatorische und klangliche Segmente, denen «Vocanta» ein breites Spektrum für textausdeutende Dynamik und Akzentsetzung gibt. Beeindruckend auch die Fähigkeit des Ensembles, die komponierten Stimmungen in den fließenden Texten, bis zu abrupten Umschwenkungen ausgreifend, in großen Expressionen zu führen. Beeindruckende Mendelssohn-Aufführungen also, die nur in den Tutti-Forte-Stellen Registerdynamisch etwas ausbrechen.
Und von gleicher künstlerischer Qualität waren die umrahmenden Werke des Mendelssohn-Programms: Johann Sebastian Bachs Motette «Singe dem Herrn ein neues Lied» und Heinrich von Herzogenbergs Motette «Mitten wir im Leben sind», die – dem Text des Programmheftes folgend – eigentlich eine posthume Uraufführung des vor 120 Jahren entstandenen Werkes ist. Ursprünglich als große dreiteilige Motette geschrieben, wurden nur die ersten beiden Teile des Werkes publiziert. Die Erlanger «Vocanta»-Aufführung fügt nun den dritten Teil wieder hinzu und gibt der Komposition ihre eigentliche Form zurück.
Lange Jahre belächelt
Zurück zu Mendelssohn. Dass in einem solchen Konzert Erinnerungen an seine Orgelwerke nicht fehlen dürfen, versteht sich beinahe von selbst. Lange Jahre waren sie eher geduldet und wurden belächelt, bis ihr wahrer Wert wieder erkannt wurde. Zwei ganz unterschiedliche Ausdruckssphären der insgesamt sechs Orgelsonaten stellte Konrad Klek in feinsinnig farbgebenden Registrierungen vor. Orchestral empfunden die nur zweisätzige A-Dur-Sonate, in die die Choralmelodie «Aus tiefer Not schrei ich zu Dir» als Pedalstimme eingebunden ist. Zwischen beseeltem Gesang, einem fast schon martialischen Allegro maestoso e vivace und einer espritvollen kleinen Fuge, zeigt die c-Moll-Sonate so etwas wie Gegencharakter.
Ein wichtiges, ein würdiges Konzert zum Gedenken an den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, dem das Publikum mit begeistertem Applaus Zustimmung und Dank gab. WOLFGANG G.P. HEINSCH |
| 28.7.2009 |
 |
| ©
ERLANGER NACHRICHTEN |
|
|
|
| | Artikel empfehlen | E-Mail an die Redaktion | Zur Druckversion |
|
 |
ANZEIGE |
| |
Bild des Tages
 Für eine größere Ansicht: Klick aufs Bild!
|
| |
Bildstrecken
|
| |
35. BARDENTREFFEN
|
| |
ANZEIGE |
| |
RATGEBER |
| |
Alles was wichtig ist rund um die Szene in Nürnberg und noch viel mehr gibt es in der
Szene Extra!Einfach mal reinklicken |
| |
ANZEIGE |
| |
|